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Alkohol und Alkoholismus

Foto folgt, Rezept befindet sich in Arbeit

Alkohol und Alkoholismus. Auch in der Konditorei ist der Alkohol bei der Herstellung der verschiedensten und mannigfachsten Dinge unentbehrlich. Neben den Fetten ist er die mächtigste Wärmequelle des tierischen Organismus; von der chemischen Physiologie wird er einesteils als Desinfiziens, anderteils als Schutzmittel gegen vorzeitigen Eiweißzerfall angesehen. Im großen Haushalte der Natur ist er also keineswegs eine überflüssige Substanz, die ausschließlich schädliche Eigenschaften aufweise. Im Gegenteil, er unterstützt den Verdauungsprozeß sehr wohltätig, wenn er allerdings in äußerst geringen Mengen genossen wird und es ist geradezu notwendig während des Essens, um als Spülung zur Reinigung der Mundschleimhäute von Speiseresten, die dort sonst sehr schnell und sicher der Zersetzung anheimfallen würden, wichtige Dienste zu leisten. Er ist nur im Uebermaße genossen, dann aber auch höchst gefährlich und führt zur Alkoholvergiftung (Alkoholismus) mit der unausbleiblichen Vernichtung und Zerstörung aller ethischen Gehalte seiner Opfer. Seiner chemischen Natur nach ist der Alkohol ein Hydroxyl der Kohlenwasserstoffverbindungen, insbesondere der, welcher zu Genußmittelzwecken ausschließlich verwendet werden darf, zusammengesetzt aus 2 Atomen Kohlenstoff, 5 Atomen Wasserstoff und einem Atom Sauerstoff, und führt den Namen Weingeist oder Aethylalkohol; der, welcher aus dem Methan, d. i. das äußerst giftige Sumpfgas, gebildet ist, heißt Holzgeist und ist wegen seiner großen Giftigkeit zu Genußmittelzwecken absolut ungeeignet und gesetzlich verboten. Dr. Dietze hat in einer Abhandlung in der Pariser Revue médicale, 1911, Nr. 872, darauf hingewiesen, daß die chemische Natur des Aethylalkohols durch eine vollständige Oxydation zu Kohlensäure und Wasser im menschlichen Organismus verändert werden könne, wenn das Individuum beim immerhin noch mäßigen Trinken eine energische Sauerstoffzufuhr durch die Atmung in freier Luft übe.