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Tee

Foto folgt, Rezept befindet sich in Arbeit

Tee für Genußmittelzwecke liefert der Teestrauch der Thea chinensis L., der hauptsächlich in China, Japan, auf Ceylon und Java, in Südrußland und seit jüngster Zeit auch versuchsweise in den afrikanischen Kolonien gebaut wird. Der Farbe nach unterscheidet man zwei Arten von Tee: grünen und schwarzen; der Herkunft nach zwei Hauptsorten, welche den Markt beherrschen; die Souchong- und die Pekkoblüte. Die edelste Qualität wird aus der Frühjahrsernte gewonnen und ausschließlich an den kaiserlichen Hof in Peking geliefert; hierzu verwendet man bloß die ersten Blattspitzen der Teepflanze: sie enthalten das feinste Aroma. Die Qualität nimmt mit der Anzahl der Ernten ab; die vierte liefert die geringste Sorte. Nur die Blattspitzen der zweiten Ernte haben noch den feinen Flaum, die älteren Blätter hingegen nicht mehr. Der schwarze Tee hat ein herberes Aroma; seine Blätter sind spitz länglich und gerollt. Der grüne Tee ist milder im Aroma und Geschmack; seine Blätter sind mehr rund als länglich. Als Handelsmarken kennt man Young-Haysan, Imperial, Kaiser- und Perltee (grüner), Kongo-, Souchong und Pekko, welch’ letzterer zugleich als die beste geschätzt wird.

Der Tee-Export erfolgt von den Hafenstädten Chinas über Shanghai, Amoy usw. nach London, Hamburg, Newyork, Bombay und Calcutta. Unter Karawanentee versteht man den über Tientsin und Kiuchta gehandelten, der auf dem Landwege verschickt wird und deshalb einen reineren Geschmack besitzt, weil er der Seeluft nicht ausgesetzt war. Tee nimmt sehr leicht Nebengerüche an und ist deswegen in trockenen, gut gelüfteten Räumen, in denen starkriechende Stoffe nicht mit lagern, vor Licht geschützt, aufzubewahren. Verfälschungen des Tees werden schon in seinen Ursprungsländern vorgenommen; es werden minderwertige Sorten, Blätter und Stiele gemischt, und sogar schon einmal gebraucht auf den Markt gebracht.

Was die die Nerven anregenden Eigenschaften anlangt, so werden dieselben mit dem in den Teeblättern enthaltenen Theein, einem Alkaloid, das mit dem Coffein in den Kaffeebohnen chemisch verwandt ist, erklärt; außer diesen kommt aber noch ein ätherische Oel, geringe Mengen Theophyllin und Gerbsäure in Betracht. Am Aroma ist das bis zu 5 Proz. in den Blättern enthaltene Theein nicht beteiligt, vielmehr entstehen diese Aromastoffe erst durch einen Gärungsprozeß, den die Blätter bei ihrer Aufbereitung nach der Ernte durchmachen müssen. (Beim Kaffee » entstehen die Riechstoffe durch die Röstung) Hinsichtlich der Bekömmlichkeit des Teegenusses gegen das Kaffetrinken kann wohl gesagt werden, daß der erstere weniger giftig wirkt als das letztere; es muß aber doch dabei berücksichtigt werden, daß starke Teeaufgüsse das Herz und Gefäßnervensystem ebenso schädlich wirken wie starke Kaffeaufgüsse.